Die Geschichte des Lauwersmeer

Das Gebiet um das Lauwersmeer erhielt am 12. November 2003 die offizielle Bezeichnung Nationalpark Lauwersmeer. Dabei kann diese einzigartige Naturlandschaft auf eine turbulente Vorgeschichte zurückblicken,

denn noch bis 1969 unterschied sich das Gebiet, wo sich heute das Lauwersmeer befindet, um keinen Deut vom Wattenmeer, so wie wir es kennen. Priele, Rinnen und die Gezeiten waren die prägenden Merkmale dieses Gebietes, und Zoutkamp war damals noch ein Fischereihafen. Bereits um 1600 gab es erste Pläne für die Eindeichung der Bucht, aber die Schifffahrt erwies sich zur damaligen Zeit als eine zu wichtige Einkommensquelle, um diesen Plan in die Tat umzusetzen.

Nachdem der Weihnachtsflut von 1717 hunderte Menschen zum Opfer gefallen waren, wurde das Dokkumerdiep mit einer Schleuse abgeschlossen, wodurch die Dokkumer Nieuwe Zijlen (niederl. für Schleuse) entstand. 1877 wurde das Reitdiep bei Zoutkamp eingedeicht, sodass die Auswirkungen von Ebbe und Flut in der Stadt Groningen nicht mehr zu spüren waren.


Nach der Sturmflut 1953 nahm der Plan, die Lauwerszee einzudeichen, konkrete Formen an. Diese einschneidende Maßnahme führte sogar dazu, dass beim Besuch von Königin Juliana in Zoutkamp am 23. Mai 1969 die Flagge auf Halbmast hing, denn das einst so lebhafte Fischerdorf hatte seinen Kern verloren.

Dennoch entwickelte sich das Gebiet um das Lauwersmeer in kürzester Zeit zu einem spannenden Naturschutzgebiet. Die höher gelegenen, fruchtbaren Teile dienen als landwirtschaftliche Nutzfläche, zwei weitere Bereiche wurden in ein militärisches Übungsgelände sowie ein Naherholungsgebiet umgewandelt, aber im größten Teil ist die Natur sich selbst überlassen, was zu tollen Ergebnissen führt.

Der Nationalpark Lauwersmeer kann auf viele Arten erkundet werden: zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Boot oder im Kanu. Hier sind Sie in der Natur zu Gast und erleben Ruhe, Weitläufigkeit, klare Luft und seltene Tiere. Lassen Sie sich von der Einzigartigkeit dieses Ortes überraschen.

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